Panther1944

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Das Nebelkerzen-Wurfgerät des Panthers

1938 wurde für gepanzerte Fahrzeuge der Wehrmacht eine Nebelkerzenabwurfvorrichtung am Heck der Fahrzeuge eingerichtet. Diese wurde mit fünf Nebelkerzen S (Schnellnebelkerze) bestückt. Die Schnellnebelkerzen sollten im Gegensatz zu den "normalen" Nebelkerzen möglichst schnell einen undurchsichtigen Nebelvorhang erzeugen um somit das eigene Fahrzeug zu tarnen. Dagegen waren die "normalen" Nebelkerzen dazu bestimmt, dem Gegner durch den Nebel die Sicht zu nehmen um in dessen Schutz z.B. pioniertechnische Maßnahmen (öffnen von Sperren,...) durchführen zu können und sollten eine möglichst langanhaltende Nebelwirkung entfalten.
Die Einführung der Nebelkerzenabwurfvorrichtung erfolgte mit der Allgemeinen Heeresmitteilung vom 7.9.1938.
Der Nachteil dieser Einrichtung war, dass sie sich hinter dem Fahrzeug befand und somit zunächst der Nebel auch hinter dem Fahrzeug aufgebaut wurde.

Deshalb wurde eine neue Lösung gefunden: das Nebelkerzen-Wurfgerät.

Dazu die Allgemeine Heeresmitteilung vom 21.10.1942:
905. Einführung der Nebelkerzen-Wurfladung 1

Hiermit wird die Nebelkerzen-Wurfladung 1 eingeführt. Sie dient zum Werfen der Schnellnebelkerze aus dem an Panzerfahrzeugen angebrachten Nebelkerzen-Wurfgerät.

Hier ein Bild des Nebelkerzen-Wurfgerätes an einem Panzer III. Man beachte die versetzte Anordnung.

 

Wurfgeraet

Das Nebelkerzen-Wurfgerät selbst wurde erst mit dem Heerestechnischen Verordnungsblatt vom 01.05.1943 veröffentlicht.
Text dazu: "PzKpfw. der Neufertigung und Pz.Kpfw., die durch die Heimatinstandsetzung laufen, werden mit dem Nebelkerzen-Wurfgerät mit elektrischer Zündung ausgestattet.
Einbau durch die Truppe ist nicht vorgesehen.
Aus dem Nebelkerzen-Wurfgerät wird die Schnellnebelkerze 39 mit Wurfladung 1 und Zündladung N 4 verschossen."

Hier ein Bild eines Wurftopfes mit eingesetzter Schnellnebelkerze 39

wurftopf

Dieses Wurfgerät fand auch am Panther Verwendung.

Die Schnellnebelkerze 39 (Nb K S 39) war mit einem Gemisch aus Zinkstaub und Hexachloräthan zur Raucherzeugung gefüllt und sollte eine Nebeldauer von 100 bis 200 Sekunden erzeugen.
Der schwarze Büchsen-Körper war durch zwei unterbrochene weiße Linien gekennzeichnet.

 

 

Bild aus Vorschrift

 

 

Nebelkerze
Schnellnebelkerze 39, daneben Zündladung N 4
und darunter Nebelkerzenwurfladung 1

Die ebenfalls noch eingeführte Schnellnebelkerze 39 B (Nb K S 39 B) unterschied sich nur durch ein geändertes Gemisch zur Raucherzeugung und dem zusätzlichen Buchstaben B auf der Büchse

 

 

Im Juni 1943 wurde der Anbau des Nebelkerzen-Wurfgerät gestoppt. Berichten der Truppe zufolge soll es bei Treffern durch kleinkalibrige Munition zur Selbstentzündung der Nebelkerzen gekommen sein, wodurch der Besatzung ungewollt die Sicht genommen wurde.
Mit Einführung der Nahverteidigungswaffe konnten die Nebelkerzen aus dieser verschossen werden.